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Lebenslauf |
Dokumente |
| Ein ausführlicher Bilder-Lebenslauf mit zugeordneten Werken findet sich in der Dokumentation der Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens 'HDO', München 2008) | Ahnenliste (PDF) Horoskop | |
| Siebenbürgen Gustav Arthur Gräser wurde am 16. Februar 1879 zu Kronstadt in Siebenbürgen geboren. Schon früh regte sich sein Widerstand gegen die Enge seiner Umwelt. Gymnasium, mehrere Lehrherren, die Kunstgewerbeschule in Wien konnten ihn nicht halten. |
![]() Kirchenburg in
Siebenbürgen
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Himmelhof An Ostern 1898 trat er in die Lebensgemeinschaft des Malers und Sozialreformers Karl Wilhelm Diefenbach ein. Aber auch hier empört er sich gegen seinen Meister. Er verlässt ihn, wirft seine Bilder auf die Straße, begibt sich auf die Wanderschaft. |
![]() Auf dem Himmelhof
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Monte Verità Im Herbst 1900 begründet er mit seinem Bruder und anderen bei Ascona die Siedlung Monte Verità. Von dem Usurpator Oedenkoven vertrieben, zieht er sich zeitweise in eine Felsennische im Gebirge zurück, setzt dann seine Wanderungen quer durch Europa fort. Ab 1907 tritt er in deutschen Großstädten mit Tänzen, Reden und Gedichten an die Öffentlichkeit. |
![]() Häuser auf
dem Monte Verità im Bau
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Nach 1910 zieht er mit Weib und Kindern im selbstgebauten Wohnwagen durch Deutschland. Er spricht beim Freideutschen Jugendtag auf dem Hohen Meißner, ein 'Freundeskreis für Gusto Gräser' wird durch den Ausbruch des Weltkriegs zerschlagen. Gräser wird aus Sachsen, aus Baden und Württemberg ausgewiesen, verweigert zum zweiten Mal den Kriegsdienst. |
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Dichterbund Nach einer Leidenszeit in Gefängnissen und Irrenhäusern kehrt er im Herbst 1916 auf den Monte Verità zurück. Es beginnt eine Zeit intensiver Gemeinsamkeit mit Hermann Hesse, dem er seine TAO-Dichtung anvertraut. Hesse setzt ihm ein Denkmal in „Demian“ und anderen Meistergestalten. |
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Tänzerzug Aus der Schweiz vertrieben, spricht Gräser in der Münchner Revolution für Gewaltlosigkeit. Er wird von Spartakisten niedergeschrieen, von der Konterrevolution ins Gefängnis geworfen und ausgewiesen. Sein Freund Muck Lamberty zieht mit einer 'Neuen Schar' singend und tanzend durch Thüringen, Tausende schließen sich an. Gräser spricht an ihren Lagerfeuern. Er wird verhaftet und ausgewiesen, verbringt zwei Jahre in der Schweiz.
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Antikriegsmuseum Als er 1926 nach München zurückkehren will, um Vorträge zu halten, wird er wiederum verhaftet. Durch das Eintreten Thomas Manns wird seine Ausweisung aus dem ganzen Deutschen Reich noch einmal abgewendet. Gräser zieht nach Berlin, arbeitet im Antikriegs-Museum, hält monatelang Vortragsreihen, die er 'Öffentliche Gespräche' nennt. Warnt vor einem kommenden Waldsterben. Seine Freunde gründen eine 'Deutsche Gandhi-Bewegung'. ![]() |
Texte zur Ausweisung aus Deutschland,
München Dezember 1926:
1927: 1928: |
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Hausboot und Eselwagen Die Siedlung "Grünhorst" seiner Tochter Gertrud wird zu einem Treffpunkt der Wandervögel, der Biologischen Bewegung und des sich formierenden Widerstands gegen NS. Seine Landfahrten im Eselwagen enden 1933 mit der Verhaftung seines Fahrtgenossen Otto G. im KZ. Die Nazis erteilen ihm Schreibverbot. Sein Hausboot auf dem Langensee bei Berlin muss er aufgeben. Nach mehreren Verhaftungen flieht er nach München, wo er die Jahre des Terrors, halbverhungert, übersteht. |
![]() 1938 - 1940: |
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| Flatterblätter Nach dem Krieg lässt er seine Flugschriften vom Rathausturm auf den Marienplatz flattern. Oder er steckt sie in das Astwerk eines Baumes im Englischen Garten. In der Staatsbibliothek schreibt er am ‚Siebenmahl’ und am ‚Brieflein Wunderbar’. Sein Lebenswerk bleibt ungedruckt. Völlig vereinsamt stirbt er unbemerkt im Oktober 1958 in Freimann bei München und wird in einem Armengrab beigesetzt. |
Haus
in Freimann(Aufnahme 2008) Foto: Ralf Geraschewski |
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