Übersetzungen
des Tao Te King gibt es zu Dutzenden. Meist sind sie nebulös und
kaum verständlich, weil sie sich von der Denkwelt des
Chinesischen nicht lösen können. Gusto Gräser, selbst
Einsiedler und Erdenwanderer in härenem Gewand, konnte aus
eigener Erfahrung schöpfen und so eine Nachdichtung schaffen,
die nicht an Worten klebt sondern aus dem Geist des TAO lebt. Durch
ihn und in ihm ist der Chinese Laotse ein Deutscher geworden. Gräsers
Nachdichtung überzeugt durch die Klarheit und Einfachheit der
Sprache, durch ihren würdevollen Gang und ihr kraftvolles
Pathos. Der Sinn wird sinnlich, wird hörbar, plastische Poesie.
Die Weisheit des Chinesen bleibt nicht länger eine ferne Sage,
sie wird Forderung des Tages, Anruf und Mahnung zur Wandlung. Wir
sind gemeint, Menschen des 21. Jahrhunderts. Die Gelehrsamkeit fällt
weg, das Wort des großen Alten wird wieder jung. Gräser
war ein Wanderer, lebte auf und von der Straße, schlief in
Wäldern, wohnte in Felshöhlen. Der frische Wind seines
sturmbewegten Lebens fegt den Staub vom vergilbten Pergament. Mit
einem
Nachwort von Hermann
Müller
Der
Monte
Verità bei Ascona, von Gusto Gräser
mitbegründet, wurde zu Beginn des Jahrhunderts
ein geistiges
Zentrum, das schöpferische Kräfte aus ganz Europa an
sich
zog. Jahrzehntelang hat der "Stromer", der "Vagabund", der "lachende
Siebenbürger" in deutschsprachigen
Großstädten
"öffentliche Gespräche" abgehalten, hat auf
Spruchkarten und
Flugblättern, vor allem aber im Gespräch seine
Mitmenschen
aufzurütteln versucht. Seine Gedichte wollten nicht "Kunst"
sein,
sind immer Ansprache und Mahnung. Sein
Lebenswerk ist ungedruckt geblieben. Seine Zeitgenossen kannten
nur Bruchstücke, Vorläufiges, Zufälliges.
Heute erst,
mit dieser Auswahl, hat der Leser die Möglichkeit, sich ein
eigenes Urteil zu bilden. Besser aber: teilzuhaben an einem
Vermögen, teilzunehmen an einer Befreiung. Es handelt sich um
eine
Auswahl, eine Zusammenstellung von Gedichten und Sprüchen, wie
sie
der Dichter selber nie gegeben hat und wohl nie gegeben hätte.
Gräser hat seine Goldkörner zwischen Sand und
Kiesgeröll
vergraben. Sie auszusieben und blankzureiben wäre ihm als
Verzerrung der Wirklichkeit erschienen, der Wirklichkeit, die immer
auch banal, unrein, gemischt und schlicht alltäglich ist. Mit
wunderlicher Fremdheit schauen uns diese Texte an, lassen uns
zurückschaudern vor so viel brausender Bejahungskraft. Herausgegeben
von Hermann Müller
Ein Sammelband
zum Gedankengut der "radical
traditionalists". Der amerikanische Kulturhistoriker Gordon
Kennedy kommt in seinem Beitrag zu dem erstaunlichen Ergebnis,
dass die Wurzeln der amerikanischen Hippie-Bewegung weniger in Indien
liegen als in der deutschen Lebensreform, die schon seit 1900 durch
Auswanderer in die Staaten gebracht wurde:
"What a
devastating blow to find out that it wasn't
the Hopis, Hindus, Tibetans, or some universal 'all-is-one' doctrine
that inspired the hippies - it was Germany after all."
Gordon würdigt
Gusto Gräser als Hauptfigur dieser
Bewegung und bietet Bilder von Gräser, Hesse, Fidus und
Diefenbach.
Cepl
- Kaufmann, Gertrude
"Die
Boheme
zwischen Lebensreform und Lebensflucht", Aufsatz in "Nomadische
Existenzen", Tagungsband des Fritz-Hüser-Instituts 11. Mai 2007, S.
55-73, Herausgegeben von Walter Fähnders, Klartext Verlag, Essen 2007,
ISBN 978-3-89861-814-4 Auszüge
Engert,
Rolf
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Gesell in München
1919. Erinnerungen und Dokumente aus der Zeit vor, während und
nach der ersten bayerischen Räterepublik. Hann.
Münden 1986.
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Harald Szeemann, Wunderkammer Österreich,Wien/New York 1996,
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Gräser, Hermann Hesse und der Monte Verità. In:
Schweizer Monatshefte, Zürich. 59. Jg., 1979, Heft 7, S.
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Counterculture begins. Ascona, 1900-1920. Hanover and London:
University Press of New England, 1986.
Green,
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Heelas,
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New Age Movement. The Celebration of the Self and the Sacralization of
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Utopien in
Deutschland. Zur Geschichte des ökologischen
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Präexil und Die
Freie Zeitung – Der deutsche "Steppenwolf" Hugo
Ball, der Tänzer Ernst Bloch und ihre Frauen,
Weggefährten und Gegner in der Schweiz 1916-1919.
Bremen-Tartu-Sofia-Freudenstein 2002.
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Ökopax
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Anarchie. Eine Geschichte der ökologischen Bewegungen in
Deutschland. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1986.
Linse,
Ulrich
Asien
als Alternative? Die
Alternativkulturen der Weimarer Zeit: Reform des Lebens durch
Rückwendung zu asiatischer Religiosität. In: Hans G.
Kippenberg und Brigitte Luchesi (Hg.), Religionswissenschaft und
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Hermann
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Groß, Gusto Gräser, C. G. Jung und der Monte
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Müller,
Hermann
Güte
der Seele und
Dämonie des Lichts. Ernst Bloch auf Monte Verità.
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Müller,
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Propheten
und Dichter auf dem Berg
der Wahrheit. Gusto Gräser, Hermann Hesse, Gerhart Hauptmann.
In: Kai Buchholz u. a. (Hg.), Die Lebensreform. Entwürfe zur
Neugestaltung von Leben und Kunst um 1900. Darmstadt 2001. Band 1, S.
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Müller,
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Müller,
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Der
Eremit von Ascona. Hermann
Hesse in Wald, Fels und Höhle. Freudenstein: Deutsches Monte
Verità Archiv, 1998 und 1999.
Münzel,
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Rinser,
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Hermann
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fernöstliche Philosophie. In: Hermann Hesse und die Religion.
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17-31.
Sánchez,
Marcela
Sánchez,
Marcela
Schwab,
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Schwab,
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Lafranchi, Claudia (Hg.)
Weise,
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Hermann
Müller: Der
Dichter und sein Guru. In: Jahrbuch des Archivs der deutschen
Jugendbewegung. Burg Ludwigstein: Stiftung Burg Ludwigstein, 1978, S.
196-199.
Szittya,
Emil
Das
Kuriositäten-Kabinett.
Konstanz 1923. Neudruck Berlin 1979.
Szittya,
Emil
Klaps
oder Wie sich Ahasver als
Saint Germain entpuppt. Roman. Gustav Kiepenheuer Verlag, Potsdam 1925.
Szittya,
Emil
Die
Internationale der Außenseiter. Roman. Ts. im DLA Marbach.
Wyrwoll,
Karl
Ernst
Moritz Engert. Monographie Dokumentation Katalog. Ernst-Moritz-Engert
Museum der Stadt Hadamar, 1988.
Robert Landmann (eigentlich Werner
Ackermann) 1892 in Antwerpen geboren, Verfasser mehrerer Romane, Stücke
und Hörspiele, Journalist in Genf, Ascona, Berlin, Saint Tropez,
Istanbul und Antwerpen. 1923 hat Landmann in Ascona zusammen mit seinen
FreundenHugo Wilkens und William Werner die von Henri Oedenkoven
gegründete Siedlung Monte Verità erworben und 1925 an BaronEduard von
der Heydt verkauft.
Ein Kompendium
des Wissens um den
Wahrheitsberg, ein Lexikon zum Nachschlagen. Alles ist da:
das Spirituelle, das zeit- und kulturgeschichtliche, das Alternative
und Ökologische. Und zugleich das Faktisch-Reale mit
einer Genauigkeit und Vollständigkeit, wie sie noch nicht da
gewesen ist, bis auf die Grundstücksnummern im
Kataster.
Die
Bändchen
im Format A5 (je etwa 100-120 Seiten, viele Abbildungen, je CHF
15.-)
im Selbstverlag des Verfassers werden in der
Rezeption des Hotels Monte Verità und in der Casa Anatta
angeboten.
Edité aux PPUR (Presses polytechniques et universitaires romandes),
collection "Le savoir suisse". 142 p., 2011, 10,90 € (17,50 francs
suisses).
Bereits
vor 100 Jahren (und vorher)
wanderten, statt Hundertausende,
einige abzählbare, markante Frühhippies durch die Welt, barfüssige
Weltverbesserer, Wanderprediger, verspottet als Kohlrabi-Apostel und
Kartoffel-Christusse, die mit dem ‚Zurück zur Natur’ ernst machten und
das ganze Programm von 1967 bis 1976 bereits draufhatten: Pazifismus,
freie Liebe, Technikkritik, Spiesserverachtung, lange Haare, Nudismus,
Vegetarismus. Einerseits gerieten selbst die wichtigsten Gestalten von
damals sehr in Vergessenheit, andererseits erhielten sich viele Text-
und Bilddokumente, von denen sich einiges in diesem Buch wiederfindet.
Der Webmaster meint:
Schon oberflächliche
Lektüre des G. Gräser gewidmeten Teils
dieses
Buches zeigt allerdings, dass so manches aus der Luft
gegriffen oder masslos übertrieben ist
und damit ein
verzerrtes, negativ gefärbtes Bild entsteht. Quellenangaben fehlen.
Diese autobiographische
Erzählung kommt den Erfahrungen
Hesses im Jahre
1907 näher als 'Der Weltverbesserer'. In der Gestalt des
Heinrich Wirth
ist Gusto Gräser zweifelsfrei zu erkennen.
DIE
DUNKLE UND WILDE SEITE DER
SEELE
Hermann
Hesse. Briefwechsel mit seinem Psychoanalytiker Josef
Bernhard Lang. Darin eine weitere Bestätigung für die
enge
Verbundenheit der Familien Gräser und Hesse. Gräsers
Familie wohnte 1919 im Haus von Mia Hesse in Ascona.
“Mit
Hermann Hesse durchs Tessin – Ein Reisebegleiter von Regina Bucher”
Was
mit einem Kuraufenthalt 1907 auf dem legendären Monte Verità begann,
entwickelte sich für Hermann Hesse zu einer lebenslangen Faszination:
1919 siedelte er nach Montagnola im Tessin über und lebte dort bis zu
seinem Tod 1962. Seiner Begeisterung für diese abwechslungsreiche Seen-
und Berglandschaft mit ihren pittoresken Dörfern hat er in zahlreichen
Erzählungen, Briefen und nicht zuletzt in seinen Aquarellen Ausdruck
verliehen. Zehn
Spaziergänge führen den Leser auf die
Spuren Hesses.
Grundlegende Biografie über die
Puppenmacherin Käthe Kruse,
auch über ihre Zeit auf dem Monte Verità. Es wird
klar,
dass die Aussteiger um die Brüder Gräser ihr Anstoss und
Möglichkeit zu
Selbstfindung und Entfaltung ihrer kreativen Fähigkeiten gaben.
von 2006/7 über
paradiesische Gärten,
Schöpfungsmythen und Sozialutopien enthält auch eine
Darstellung des Monte Verità mit
Bildern von Gusto Gräser.
Im Katalog sind viele seltene Bilder in
hervorragender Qualität . Mit Kapiteln über den Monte
Verità und dessen Ableger auf Kabakon
in der Südsee
. 211 Seiten
Konsumismus,
Angst vor Überfremdung, Kampf der Frau um ihre Rechte,
Burn-out des Mittelstandes, Genetik: Die großen Fragen des Jahres 2009
versetzten schon 1909 die Europäer in einen Taumel.
Cultural,
economic and political life before the First World War. This was a time
in which old certainties broke down and many people lost their
bearings. At the heart of this vibrant Europe, was a contradiction that
would cause its collapse: the new, modern world of mass production,
urban life, technological warfare and a rapidly growing working class
that was still ruled by men who preferred the image of dashing cavalry
officers to the prosaic slaughter of the machine gun, and national
mythology to political cohesion and democracy.
Wolfgang
Wackernagel
MYSTIQUE,
AVANTGARDE ET MARGINALITÉ DANS LE SILLAGE
DU MONTE VERITÀ
In:
Mystique:
la passion de l’Un, de l’Antiquité
à nos jours Edité par Alain Dierkens et Bénoit Beyer de Ryke.
Éditions de
l'Université de Bruxelles. Problèmes de
l'histoire des religions, tome XV.
Bruxelles 2005, S. 175-186. Sieben Fotos von Gräser und Monte
Verità nach
S. 160
Wegkreuzungen. Dreizehn Lebensbilder Hans
Bergel hat große Bücher geschrieben, und er hat liebenswerte Bücher
geschrieben. Neben das Riesenepos „Die Wiederkehr der
Wölfe“ von 2006,
das ich in der Nachbarschaft von Tolstois „Krieg und Frieden“ sehe,
stellte er jetzt die „Wegkreuzungen.
Dreizehn Lebensbilder“.
Das Buch nahm mich durch das angenehme Format und die Eleganz der
Aufmachung sofort nach Erhalt schon vom Äußeren her gefangen.
...
Die Charakterstudie über Deutschlands „lachenden Apostel“, den 1879
in Siebenbürgen geborenen Gustav Arthur Gräser, gerät ihm zum
geistvollen Exkurs in die Kulturgeschichte Europas der vorletzten
Jahrhundertwende. ...
Rythme et civilisation dans la pensée allemande
autour de 1900 Thèse de Doctorat Discipline : Etudes germaniques Présentée par Olivier HANSE
UNIVERSITÉ RENNES 2 – HAUTE BRETAGNE
Unité de Recherche GRAAL JE 2314
Ecole Doctorale : Humanités et Sciences de l’Homme Année de soutenance : 2007
Français
English
Deutsch
Autour
de 1900 en Allemagne, l’ « arythmie » des individus est présentée par
un certain nombre d’auteurs comme le symptôme d’une civilisation
malade, qu’il faut à tout prix sauver du déclin. La disparition du
rythme, constatée dans un grand nombre de disciplines, semble par
ailleurs accuser le triomphe d’une vision matérialiste et «
microscopique » du monde, qui rend l’homme aveugle aux miracles du
vivant, tandis que dans les écoles et dans les universités s’impose un
modèle de formation utilitariste, qui privilégie les savoirs techniques
au détriment de l’intuition, de l’esprit de synthèse et de la
créativité. Parallèlement à ce diagnostic, le même concept de rythme,
que l’on suppose avoir joué, à l’origine, un grand rôle dans la
socialisation de l’être humain et dans le développement de la culture,
se retrouve au centre de projets utopiques fondés sur la gymnastique et
la danse, qui visent à retransformer un corps social « mécanisé » et «
disloqué » en une communauté saine et fraternelle. Par-delà les
conflits de terminologie et de méthode qui opposent les différents
représentants du « mouvement du rythme », cette étude tente d’éclairer
les motivations individuelles et collectives de ce discours, de faire
ressortir les mécanismes psychosociaux qui le traversent, ainsi que les
causes de son succès, tout en le replaçant dans le contexte historique,
social et culturel qui lui a donné naissance.
Around
1900 in Germany, people’s “arrhythmia” was presented by a certain
number of authors as the symptom of a sick civilisation that absolutely
needed to be saved from decline. The disappearance of rhythm observed
in a large number of fields seemed moreover to affirm the triumph of a
materialistic and “microscopic” vision of the world which blinded man
to the miracles of life, while in schools and universities a model of
utilitarian tuition was being asserted that favoured technical
knowledge to the prejudice of intuition, sense of synthesis and
creativity. Concurrently to this diagnosis, the same conception of
rhythm that is supposed to have initially played a great role in the
socialization of mankind and in the development of culture, is to be
found at the heart of utopian undertakings based on gymnastics and
dance aimed at retransforming a “mechanised” and “dislocated” social
body into a healthy and fraternal community. Beyond conflicts of
terminology and method opposing different representatives of the
“rhythm movement”, this study endeavours to enlighten individual and
collective motivations of this discourse, to bring out the psychosocial
mechanisms that traverse it, as well as the reasons for its success,
while repositioning it in the historical, social and cultural context
that engendered it.
"Hauptziel
dieser Arbeit ist es, die Grundlagen des Rhythmus-Diskurses in den
Jahren 1880-1925 aufzudecken und im Sinne einer 'Sozialgeschichte der
Ideen' herauszuarbeiten, inwiefern er gesellschaftliche Sachverhalte
widerspiegelt bzw. durch den kulturellen und sozialgeschichtlichen
Zusammenhang seiner Entstehung und Verbreitung beleuchtet werden kann.
Der 'Rhythmus' soll dabei nicht auf eine bestimmte Definition reduziert
werden, sondern es soll vielmehr begriffsgeschichtlich gezeigt werden,
inwiefern er über seine primäre Bezeichnungsfunktion hinaus
'kommunikatives Eigengewicht' gewinnt und seine konkrete Verwendung, so
vielfältig sie auch sein mag, die Ängste und Hoffnungen einer
bestimmten sozialen Schicht artikuliert."
Claudio
Rossetti, von 2002 bis 2011 Direktor der Fondazione Monte Verità setzte
während dieser Zeit viele Ideen und Visionen um, die er im Buch “Raggi
di cultura – A Spectrum of Culture” festhält: 120 Seiten und viele
Fotografien ermöglichen einen Einblick in die kulturellen Ereignisse.
Erhältlich ist das zweisprachige Buch (Italienisch und Englisch) für
CHF 20.- beim Centro Monte Verità (Tel . 091
785 40 40, E-Mail info@monteverita.org). Der
Erlös geht an das “Forum Diritti Umani”.
Luschner in "Raggi di Cultura - A Spectrum of
Culture":
‚Die
deutsche Seele’
von
Thea Dorn und Richard
Wagner. Albrecht Knaus Verlag, München 2011. 560 Seiten, viele
Abbildungen. €
26.99
Aus
dem Vorwort:
„Wir machen
uns keine Sorgen, dass
Deutschland sich abschafft. Wir sehen nur, dass es sich
herunterwirtschaftet.
Sein Gedächtnis verliert. Die einen haben die deutsche Scham, die
keiner
ablegen kann, der diesem Land entstammt, zum Schuldpanzer verhärtet,
hinter dem
sie sich verschanzen. Die Verbrechen des Nationalsozialismus sind ihnen
weniger
Schmach und Schmerz als der Beweis, dass alles Deutsche mit der Wurzel
ausgerissen gehört. Die anderen tummeln sich in dem Kahlschlag, den die
wohl-meinenden Nashörner angerichtet haben. Ihnen fehlt nichts, solange
der
Fernseher läuft und im Kühlschrank genügend Bier steht. Und dennoch
spüren wir
ein wachsendes Deutschlandsehnen.“
Ein
wichtiges Buch! Hier folgen einige Auszüge, die Diefenbach und
Gräser betreffen. Die Verfasser sind allerdings sehr im Irrtum, wenn
sie
glauben, der Monte Verità habe nicht mehr als Hüllenlosigkeit zu bieten
gehabt.
In Wirklichkeit erlebten hier die Emigranten aus Alteuropa – Reformer,Dichter und Künstler –eine
„Revolution der Seele“, eine Ausweitung
und Befreiung nicht der deutschen Seele allein, aber gerade auch der
deutschen,
hin zu einem weltumgreifenden, menschheitumfassenden, anationalen,
kosmopolitischen „Reich der Seele“, das Indien und China, Russland und
Amerika
genauso in sich schloss wie die besten deutschen Traditionen. „Es gab
hier
einfach alles, was im übrigen Europa nicht existieren konnte, verboten
wurde,
die Menschen nicht zu leben wagen konnten. Hier wurde es versucht;
vorgelebt,
existierend, nicht bloß theoretisch angeschaut“, schrieb damals der
Dramatiker
Reinhard Goering. „Entschieden, man war ja jenseits von Europa.“ Und
ein
anderer Gast und Gräserfreund, Hermann Hesse: „Hier war Liebe und
Seele, hier
lebte das Märchen und der Traum“.
„Schick“
war das Leben dieser Aussteiger-Siedler nicht im geringsten,
vielmehr härteste Realität: Arbeit und Hunger, Kampf und Gefahr. Nicht
Wenige
sind daran zerbrochen, starben durch Selbstmord oder im Irrenhaus. Erst
im
ahnungslosen Nachschmecken des Feuilletons wurde daraus ein „schicker
Mythos“.
Aufrufe
von Gusto Gräser, um 1914
Raus! Raus
aus den verpesteten Städten! Raus aus den engen Gassen! Raus aus dem
„stahlharten Gehäuse“ von Bürokratie und Industrie, von Technik und
Geldwirtschaft! …
Rousseau ist
seit über hundert Jahren tot – doch nie und nirgends fíndet sein Ruf
„Zurück
zur Natur!“ ein kräftigeres Echo als im deutschsprachigen Raum an der
Wende vom
19. zum 20. Jahrhundert.
Am wörtlichsten
nehmen das große anti-zivilisatorische „Raus!“ jene, die glauben, die
Kluft
zwischen Leib und Seele, zwischen Kosmos und Mensch, zwischen Reich und
Arm
schließen zu können, indem sie die Hüllen fallen lassen.
Der erste
Nudist aus Überzeugung ist der Maler Karl Wilhelm Diefenbach. Seine
Konversion
zum Lebensreform-Glauben geschieht in den 1870er Jahren: Nach einer
Typhus-Erkrankung muss er operiert werden, sein rechter Arm bleibt
verkrüppelt.
Diefenbach ist überzeugt, Naturheilkunde und fleischlose Kost hätten
ihn
kuriert, weshalb er zum Verkünder einer vegetarisch-naturnahen
Lebensweise
wird. Barfuß, mit wildem Haarwuchs und in eine Kutte gekleidet wandelt
er durch
München und predigt gegen den „Verzehr von Tierfetzen“. Obwohl man im
Schwabing
jener Jahre esoterische Exzentriker gewohnt ist, kommt es zu
regelmäßigen
Zusammenstößen zwischen dem „Kohlrabiapostel“ und der Obrigkeit. 1887
zieht
sich Diefenbach nach Höllriegelskreuth ins Isartal zurück – und gründet
dort in
einem stillgelegten Steinbruch die erste Kommune, in der nach seinen
Vorstellungen gelebt werden darf bzw. muss. Der Aussteiger entpuppt
sich – wie
manch einer nach ihm - als autoritärer Guru: Fleisch, Tabak, Alkohol,
Privatbesitz und bürgerliche Ehe sind tabu, der Meister bestimmt, wer
wann mit
wem in welcher Weise verkehren darf oder auch nicht. Gemeinsam wird ein
Körperkult zelebriert, der auf „Licht, Luft, Sonne, Nacktheit und
Beschwingtheit“ fußt.
Weltanschaulich
nicht weniger aufgeladen, aber deutlich mondäner gibt sich die
Künstler-Kolonie
„Monte Verità“, die 1900 auf einem Hügel oberhalb des schweizerischen Ascona u. a. von Gusto Gräser gegründet wird.
Seine ersten
Erfahrungen mit alternativem Leben hat der siebenbürgische Dichter bei
Diefenbach gesammelt. Der Friede zwischen Pazifisten und Anarchisten,
Nudisten
und Ausdruckstänzerinnen, Anthroposophen und Psychoanalytikern,
Veganern und
Vegetariern ist zwar stets ein wackliger, dennoch existiert die Kolonie
in
ihrer ursprünglichen Form bis 1920. (Und kann heute noch als
Hotel/Museum/Konferenzcenter besucht werden.) Prominente Gäste wie der
dadaistische Künstler Hans Arp, der Philosoph Ernst Bloch oder die
Schriftsteller Gerhart Hauptmann und HermannHesse
machen den „Wahrheits-Berg“ zum radikal
schicken Mythos.
Aus Thea Dorn, Richard
Wagner:
Die deutsche Seele, S. 153-155
Siedlung
in der Schweiz
Kapitel:
Monte
Verità, Freidorf BL,
Wasserhaus, Werkbundsiedlung Neubühl, Pantli, Cité du Lignon,
Gurten-Gartenstadt.
Künstlermuseum Kapitel:
Monte
Verità, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, Kügelgenhaus - Museum der Dresdner
Romantik, Altes Rathaus - Städtische Galerie für moderne Kunst,
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Liebermann-Villa,
Albrecht-Dürer-Haus, Magritte Museum, René Magritte Museum, Liste
von Künstlermuseen, Künstlerkolonie Worpswede, Sir John Soane's
Museum, Museum Het Rembrandthuis, Käthe-Kollwitz-Museum, Villa
Stuck, Rubenshaus, Josef-Hegenbarth-Archiv, Wilhelm Busch -
Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Künstlermuseum
Beckers Böll, Otto Dill, James-Ensor-Haus, Horst-Janssen-Museum,
Max-Ernst-Museum, Münter-Haus, Leonhardi-Museum, August-Macke-Haus,
Georg-Kolbe-Museum, Franz Marc Museum, Marfa, Ernst Barlach Museum
Ratzeburg, Fundació Joan Miró, Overbeck-Museum, Musée Rodin,
Frans-Hals-Museum, Purrmann-Haus, Ernst-Barlach-Haus,
Antoine-Wiertz-Museum, Braith-Mali-Museum, Ernst-Barlach-Museum
Wedel, Paula Modersohn-Becker Museum, Feuerbachhaus, Haus und
Garten Claude Monet, Museum Stangenberg Merck, Musée Picasso
Antibes, Künstlermuseum Heikendorf, Haus Paula Becker, Museum
Lothar Fischer, Constantin Meunier Museum, Museum Künstlerkolonie
Darmstadt, Walchensee-Museum, Museu Picasso, Wilhelm-Morgner-Haus,
Lettl-Atrium, Teatre-Museu Dalí, Schilling-Museum,
Günter-Grass-Haus, Jan-Matejko-Haus, Mucha-Museum, Rungehaus,
Otto-Pankok-Museum, Ernst-Barlach-Stiftung.
Auszug (aus
beiden Büchern):
Der Monte Verità (dt.
Wahrheitsberg) ist ein Hügel über Ascona, im Kanton Tessin,
Schweiz, der in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
der Sitz einer lebensreformerischen Künstlerkolonie war, die heute
als eine der Wiegen der Alternativbewegung gilt. In ihr sammelte
sich der Widerstand gegen die patriarchale militaristische Kultur
und Gesellschaft der Zeit. Monte Verità wurde ein Zentrum neuer
Bewegungen: Lebensreform, Pazifismus, Anarchismus, Theosophie,
Anthroposophie, OTO, Psychoanalyse, östliche Weisheit,
Ausdruckstanz. Zugleich war der Monte Verità eine Zitadelle des
politischen Widerstands gegen die autoritären und chauvinistischen
Regime des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. So war der
Kanton Tessin im 19. Jahrhundert unter anderem Anlaufpunkt
verschiedener russischer Intellektueller, speziell bedeutender
Anarchisten. Neben Graf Pjotr Alexejewitsch Kropotkin (1842-1921)
hielt sich in den Jahren 1873/'74 Michail Bakunin (1814-1876)
in Locarno-Minusio und Lugano, also in direkter Nähe zu Ascona,
auf. Auch nach der Gründung des Sanatoriums Monte Verità 1900
blieben Anarchisten und Pazifisten Gäste auf dem Berg. Als Beispiel
sei hier nur auf Erich Mühsam verwiesen. Der politische Aktivist
und Antimilitarist befreundete sich während seiner Aufenthalte
zwischen 1904 und 1908 mit dem Siedler Gusto Gräser. Vor und
während des Ersten Weltkriegs sammelten sich dort die Pazifisten,
Verweigerer, Emigranten und Flüchtlinge aus den kriegführenden
Staaten: so Hans Arp, Hugo Ball, Ernst Bloch, Hermann Hesse, Ernst
Toller und viele andere. Durch Hermann Hesse, der seinen Freund,
den Mitgründer Gusto Gräser, in den Meistergestalten seiner
Dichtungen verewigte, durch Gerhart Hauptmann, Bruno Goetz,
Reinhard Goering, Emil Szittya und andere, vor allem aber durch die
Person und das Werk von Gusto Gräser selbst, wurde der Berg zu
einem Mythos. Casa AnattaGründer dieser Kolonie waren die Brüder
Karl (1875-1920) und Gustav Arthur Gräser (1879-1958) --> weiterlesen (Wikipedia)
Kann
bei
bestellt werden. E-Mail-Adresse
bitte abtippen.
Si
può ordinare da . Scriva
l'indirizzo.
Film
documentario
sulla figura
di Gusto
Gräser "L'eremita del Monte
Verità" girato nel 2006 dal regista svizzero Christoph Kühn. Il
documentario ripercorre la vita di questo eremita, visionario,
pacifista e fondatore della comunità di Monte Verità. Per l'occasione
la Televisione Svizzera TSI ha prodotto il doppiaggio in lingua
italiana.
Nach
einer göttlichen Eingebung verbrannte der noch junge, bereits
erfolgreiche Maler Gustav Arthur Gräser aus
Siebenbürgen
seine Werke und wurde zu dem glühenden Naturverehrer Gusto
Gräser. Fernab der Städte mit ihren zivilisatorischen
Auswüchsen gründete er mit anderen Aussteigern um die
Jahrhundertwende in der Südschweiz die Landkommune Monte
Verità
oberhalb Asconas, deren legendärer Ruf weit über die
Landesgrenze drang und Neugierige aus allen Ländern anlockte.
Damit
beginnt die bewegte Geschichte des Wanderdichters und
„barfüssigen
Propheten“ Gusto Gräser (1879), in dessen Leben sich
alle
wichtigen sozialen, kulturellen und politischen Strömungen des
20. Jahrhunderts treffen: Gräser war Vegetarier und
Kriegsgegner, Vordenker einer neuen Menschheit ohne Herr und Knecht
und Zerstörung der Natur, Ikone mehrerer Jugendbewegungen und
Leitfigur neugegründeter Parteien, die von heute aus gesehen
als
Vorläufer der Grünen gelten.
Einer
von Gräsers Verehrern war Hermann Hesse, der seinen Freund und
Meister in dem Bestseller DEMIAN als Verheisser eines kommenden
irdischen Paradieses porträtierte und ihn damit für
die
Nachwelt unsterblich machte.
1958
starb Gräser vereinsamt in seiner Dachkammer in
München,
ohne eine einzige Zeile seines grossen Werkes gedruckt zu sehen.
Im
Film von Christoph Kühn zeichnen Freunde und
Familienmitglieder
den Weg dieses unbeugsamen Aussenseiters nach, der zu Unrecht in
Vergessenheit geraten ist. Gräsers Spruchbilder, reiches
Fotomaterial und Ausschnitte aus seinem poetischen Werk runden dieses
berührende Portrait eines „Lao-tse des
Westens“ ab.
Film: Wo sind wir mit dem
Sozialstaat gelandet ? Leben am Rand der Gesellschaft
Ein Film von Laura und Ingo
Wilkenshoff. Aufruf zum kulturellen
Neuanfang.
Der Film zeigt die
gesellschaftliche
Entwicklung in den letzten 150 Jahren an Hand der Entstehung der
Wohnungslosenhilfe und der Gründung des Sozialstaates. Er gibt
Einblicke in die Vagabundenkultur der letzten 150 Jahre, von Peter
Hille bis zu Charlie Chaplin, den Anarchisten und der Entstehung
der Arbeiterbewegug. Er
zeigt die Gandhi-Bewegung im
Deutschland der 20er Jahre und den Vagabundenkongress mit Gusto Gräser,
dem Guru Herman Hesses. Es ist auch eine
Diskussion
über soziale Ausgrenzung, Vermögensumverteilung und den Bruch durch die
Gesellschaft, Finanzkrise, Harz4, vererbte Chancenlosigkeit und
Bildungsdefizite. Die sozialen Organisationen beklagen den Rückzug des
Staates aus dem Sozialen und die Abkehr vom Grundgesetz.
Die Premiere fand am 17.12.2010 im
Big Buttinsky, Osnabrück statt.
DVD hier erhältlich: 10
Euro + Porto. Einfach eine Email mit Lieferadresse an freie_kuenstler@hotmail.com
schicken. Per Nachnahme bezahlen.
Jawohl, jawohl, wir
Stromer, wir strömen, dass es braust, durch
Winter und durch Sommer, nur frischer, freiher,
frommer, weil
Euer Sumpf uns graust, weil
sonst, Ihr Kummerhöcker, Euch nichts zur Sonne lockt und
Ihr wie Haubenstöcker, wie krumme Sündenböcker noch
ganz in Staat verstockt! Wohlauf,
Ihr Praven, Guten, mit uns zur Flamme fluten, so
wohnen wir mit Euch, so blüht Urheimatreich!
Wohin des Wegs? – Wohin? O mein – hinein, Geselle,
nur hinein! In
meinem Auge hab ich nichts als in dem Glanz des jungen
Lichts treu
meines Wegs zu schreiten – mit
all dem Grünen, all dem Blühn, so zieh ich Tritt um Tritt
dahin und
frag nach keinen Weiten. Komm
mit auch Du statt immerzu
nach Zielen auszuschauen. Wohin
hinaus? Im Erdenhaus blühn wonnigliche Auen. Die
Ziele hab ich all durchschaut – erst
hinter ihnen blüht und blaut das
Leben aller Weiten. Komm,
Du! Das Glücke hat nicht
Stand, wohlauf,
und lass uns unverwandt und
treuer, guter Dingen mit
ihm ins Leben springen!
Hei, so ein Stromer, alleweltdurchreisend, durchwanderwohnend,
wie die Sterne kreisend, voll
seelgen Schwungs, mit Welle, Wolk und Thau fallwallend
durch und durch ins ewge Blau – mit
dem Urstromer unser, der die Welt in
ihrer Schwerwucht Wunderschwebe hält, wildstill
durchblitzend sie von Pol zu Pol, durchströmend
sie mit urgewaltgem Wohl, Allvatermutter
- hah – Allsternenwohl
! *
Wandern, wohin? Wohinaus, wohinein? Wandeln
Allhier! Das, Gesell,
wird das Heitre sein! *
Weitere
Filme:
Der
größte Vogel kann nicht fliegen, Ascona
Film
von Wilfried Schöller und Peter de Leuw.
(Hessischer
Rundfunk, Wiesbaden?)
Gesendet
am Mittwoch, 16.August 1978 in der ARD,
23.15
bis 0.15
Monte
Verità
Film
von Harald Szeemann und Ludy Kessler.
45',
TV Svizzera italiana, Lugano 1978
Jugend
und Natur
Südwestfunk
Baden-Baden. Sprecherin Karin Howard,
Sendung
des ARD am Sonntag, den 13.August 1978,
11.15
bis 12 Uhr
Zwischen Bakunin
und Birchermüsli
RIAS
Berlin, Blende 1, 1978
Laban's
Dance
Festival
Von
Renzo Bottinelli. 1988 in RTSI (RadiotelevisioneSvizzera)
Monte
Verità
Von
Henry Colomer. Fernsehfilm des Senders Arte.
Sendung
am 10. 12. 1997, 20.45-21.50
„Monte
Verità“ heißt ein Dokumentarfilm von Henry Colomer über eine
Aussteigerkolonie der radikalökologischen Art: Auch zu Beginn dieses
Jahrhunderts schon wollten die Freunde der Natur dem Lärm und dem
Dreck der Großstadt entfliehen, den Wäldern und Wiesen Tag und
Nacht verbunden sein, den Körper der Sonne darbieten, ohne die
Öffentlichkeit zu erregen, barfuß über die Moose gehen und
zwischen den Bäumen tanzen. Um ein mehr oder weniger phantastisches
Paradies auf Erden aufbauen zu können, ließ sich eine Gruppe der in
Deutschland entstandenen Bewegung, die sich den neuen Lebensformen
verschrieben hatte, auf einem Hügel oberhalb von Ascona in der
italienischsprachigen Schweiz nieder. In nur wenigen Jahren wurde der
„Berg der Wahrheit“ im Tessin zu einem Zentrum für europäische
Schriftsteller, Tänzer und Musiker. Redéfinir
les conditions du bonheur sur terre, fuir les grandes villes, la
misère, la pollution et tout reprendre à partir de zéro, tel est
le programme d'une poignée de colons qui s'installent au début du
siècle sur une petite colline de la Suisse italienne, Monte Verità,
où ils fondent une colonie utopique. Anarchistes, nudistes,
végétariens, ils sont l`'avantgarde d'un réseau qui s'est
développé en Allemagne sous le nom de "mouvement de réforme
de la vie". En quelques ans Monte Verità devient un modèle de
vie alternative, qui attire les plus grands noms de l'intelligentsia
européenne: peintres, hommes politiques, écrivains, danseurs et
musiciens passent un jour ou l'autre à Monte Verità. Parmi eux:
Erich Mühsam, anarchiste en première ligne au moment de la révolte
spartakiste de 1918, Rudolph von Laban, choréographe et rénovateur
de la danse moderne, Otto Gross, psychanalyste et pionier de la
libération sexuelle et enfin Gusto
Gräser, "poète aux pieds nus",écrivain
inspirateur et modèle de tous les vagabonds de Hermann Hesse.
Violentes, contrastées, les destinées de ces quatre révoltés font
apparaître Monte Verità comme un laboratoire où se sont articulés
les thèmes de la révolte et du retour aux sources. Ils ont en
commun d'avoir séjourné à Monte Verità en même temps que les
fondateurs et surtout d'avoir assumé une dimension prophétique
représentative de la colonie.
Monte
Verità
Kulturfilme
von Werner Weick
RSI,
Schweiz, gezeigt im Centro Culturale Monte Verità,
Dezember
2000
Il Monte di Hetty
Dokumentarfilm von Theo Buvoli und
Alfio De Paoli
über den Monte Verità und Gusto Gräser
RSI, Schweiz, 2. Nov. 2009, 21:00
Vägen
från Monte Verità
En
dokumentärfilm
Vilda
Bomben Film AB
Schweden
2010
Mary
Wigman. Die Seele des Tanzes Von
Christof Debler und Norbert Buse
Arte,
Sonntag, 24.07.11, 11:10 - 12:00
Früher
am 23., 26. und 29. Juni 2008
In
der Tanzkunst ist ihr Stil bis heute lebendig: Mary Wigman - Tänzerin
und Choreographin. Das Porträt zeigt ihre berühmtesten Tänzen
sucht Stationen ihres Lebens von Hellerau bis zum Monte Verità auf
und lässt Choreographen zu Wort kommen. Es
war Anfang der 30er Jahre, als der Stern der Mary Wigman auch in
Amerika aufging. Ihre ersten Auftritte in der neuen Welt waren durch
eine glänzende PR vorbereitet und die Säle ausverkauft. Denn auch
in Amerika wollte man wissen, was es auf sich hatte mit der neuen
Bühnensensation aus Deutschland. In jedem Fall war sie für das
Publikum gewöhnungsbedürftig, denn Mary Wigman tanzte alleine, mit
nackten Füßen und nur von ein paar Trommelrhythmen begleitet. Ihr
Gastspiel war dennoch ein sensationeller Erfolg. Die amerikanische
Presse nennt sie die "Hohepriesterin" des "German
Dance". Mit 44 Jahren hat es "die Wigman" endlich
geschafft: Sie ist die erste deutsche Choreographin und Tänzerin mit
Weltgeltung. Das
verdankte sie neben ihrer ungewohnten Art zu tanzen auch ihrem
unwiderstehlichen Charisma und ihrer bezwingenden Bühnenpräsenz.
"Ich lebte wie in einem Taumel. Es schien, als ob alle
Journalisten des Landes auf mich einstürmen würden. Es gab Tage, an
denen ich aufwachte und fürchtete, einen Fotografen unter meinem
Bett zu finden", schrieb sie in ihr Tagebuch. Und dabei war es
noch gar nicht lange her, dass sie in Deutschland noch in leeren
Theatern vor nur zwei Familienangehörigen auftreten musste. Der
Einfluss der Mary Wigman auf die Entwicklung des modernen Tanzes
sollte gewaltig werden. Überall beruft man sich auf sie, wenn man
die Wege des etablierten klassischen Tanzes verlassen will. Hanya
Holm bringt den Ausdruckstanz endgültig nach Amerika, indem sie die
erste Wigman-Schule in New York eröffnet. In Asien wird ihr Schüler
Takaya Eguchi zum Lehrer von Kazuo Ohno. Und in Deutschland entsteht
das "Tanztheater", das ohne den Einfluss der Wigman nicht
vorstellbar ist. Dabei war ihre Erfolgszeit nur kurz. Die Nazis
ließen sie bei der Eröffnung der olympischen Spiele die Massen
choreografieren, später galt aber auch sie als Vertreterin der
"entarteten Kunst". Dies bedeutete das Ende ihrer Karriere.
Nach dem Krieg wirkte ihre expressive Tanzform schon nicht mehr
zeitgemäß. Aber
wie konnte Mary Wigman werden, was sie wurde? Der Film zeigt den Weg
der Tochter eines Fahrradhändlers aus Hannover, die sich auf die
Suche nach einer eigenen körperlichen Ausdrucksform macht und dabei
den Tanz revolutioniert. Er zeigt die prägenden Stationen ihres
Lebens, von Hellerau bis zum Monte Verità. Die Dokumentation bietet
Ausschnitte aus ihren berühmtesten Tänzen, unter anderem dem
"Hexentanz" und dem Zyklus "Schwingende Landschaft"
sowie aus einer zeitgenössischen Hommage von Susanne Linke an Mary
Wigman mit dem Titel "Wandlung". Auch wenn Wigman-Tänze
heute nicht mehr zum Repertoire der Tanzkompagnien gehören, so sieht
man doch, wie sich die unterschiedlichsten Choreografen, von Murray
Lewis über Susanne Linke bis zu Sasha Waltz, auf sie berufen.
Videos:
Videodokumentation
Monte
Verità: L'utopie d'un nouvel
age / Utopien einer neuen
Zeit Ausdruckstanz, Frankreich 1996 Dauer
/ duration: 53', Band / tape: 880
Choreographie
/ choreography: Rudolf Laban, Mary
Wigman Regie
/ direction: Henry Colomer Tanz
/ dancers: Rudolf Laban, Mary
Wigman Musik
/ music: Cécile LePrado Produktion
/ production: AMIP; La Sept/Arte;
Pathé Télévision;
Periplus Ltd.; TSI Televizione Svizzera Italiana
Eveline
Hasler, die im Tessin lebende Schriftstellerin, kennt die Höhle in
ihrer Nähe. Sie ist keine Fiktion. Genau wie auch Hesses Erlebnisse
dort als Einsiedler keine Fiktion sind.
Es ist das Kapitel aus seinem Leben, das bis heute das unbekannteste
geblieben ist. Und dabei ist es eines der wichtigsten, die Hermann
Hesse besser verstehen lassen. Die Erfahrungen in der Höhle in der Nähe
des Monte Verità, in die er mehrere Male in seinem Leben zurückgekehrt
war, sie erzählen die Begegnung und Freundschaft Hesses zum
Naturmenschen Gusto Gräser. Hermann Müller beschreibt in seiner
genialen Arbeit von 1972 "Der Dichter und sein Guru" wie Gräser das
Motiv der Führergestalt in sämtlichen folgenden Werken Hesses wird -
und mitunter so stark wie kaum die Figur des Demian begründet. Hesse
selbst hatte diese "peinliche" Freundschaft mit dem Rohkostler und Tao
Te King-Übersetzer oft geleugnet; zu bösartig waren die Reaktionen von
Freunden darauf. Diese Arbeit Hermann Müllers nimmt Hasler für ihre
Erzählung zur Grundlage. Sie entwirft verwoben mit Originaltexten
Hesses ein feinsinnig psychologisches Portrait einer entscheidenden
Existenzerfahrung. Wir hungern mit Hesse
in der Felshöhle und erwachen mit ihm.
Radiosendung
vom 16.11.1985
Bayerischer Rundfunk
Gusto Gräser "Beruf Naturmensch" Ein
Porträt von Michael Skasa
Auf
der Insel Kabakon wirkte der Naturschwärmer August Engelhardt,
der dort einen „Sonnenorden“ gründete und
für Naturkost und Nudismus eintrat. Die Plantagenbesitzerin
Emma Forsayth, Tochter einer Samoanerin und eines amerikanischen
Pflanzers, war offenbar von dem langhaarigen Deutschen angetan und
stellte ihm das Land zur Verfügung. Dreißig
Mitglieder soll Engelhardts „äquatoriale
Siedlungsgemeinschaft“ in ihren besten Zeiten gehabt haben.