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Hermann
Hesse (1877 - 1962)
Hesse
lernte Gräser um 1900 kennen; dessen Gestalt und Denken wird
schon in CAMENZIND sichtbar. Im Frühjahr 1907 folgte der
Dichter seinem "Freund und Führer" auf den Monte Verità, lebte mit ihm
zusammen in einer Grotte der Südalpen, versuchte sich
wochenlang, fastend und nacktlaufend,
als Einsiedler IN DEN FELSEN.
Zwar scheiterte dieses erste "Noviziat" an seiner eigenen
Schwäche, doch nach zehnjähriger Entfremdung kehrte
Hesse 1916 reumütig in die Arme des Freundes zurück.
Im Zusammensein mit ihm erfuhr er eine seelische Wiedergeburt, die
große Wandlung seines Lebens. In Gräser erlebte er den Führer zum eigenen
Selbst, in dessen Frau Elisabeth ein Abbild der
Großen Mutter. Der ehemalige Kriegsfreiwillige wandelte sich jetzt zum entschiedenen Kriegsgegner und Vorkämpfer der Gewaltlosigkeit. Im zweiten Teil des DEMIAN hat er seine Erfahrungen dichterisch gestaltet, in Essays und Aufrufen seine neue Gesinnung dargetan. Höhepunkt seines Einsatzes für Gräser, der allerdings meist anonym blieb, war die emphatische Flugschrift ZARATHUSTRAS WIEDERKEHR von 1919, die seinem Freund den Weg ins Nachkriegsdeutschland ebnen sollte. Nach einem neuerlichen Rückzug von zehnjähriger Dauer, den er später als "Verrat" und "Flucht" erkannte, findet Hesse um 1930 endgültig zu dem Vielverkannten, Vielgeschmähten zurück. MORGENLANDFAHRT und GLASPERLENSPIEL besiegeln die Heimkehr zu dem als Yogin, Beichtvater, Regenmacher und Spielmeister verehrten Freund und Meister, die Erneuerung ihres Bundes vom Monte Verità. |