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Zur Forschungslage:

Gusto Gräser
und
Hermann Hesse
  Dezember 1916: Ein Freund in der Not
  Damals und 2007: Villa Neugeboren in Locarno Monti
  2009: "Hermann Hesse und sein ungelöstes spirituelles
  Dilemma", in "neue religion - WIKI"

Gusto Gräser, "Barfußpoet", Inspiration für Hermann Hesse und Urbild seiner Wanderergestalten.

Henri Colomer 1997


Gustav hatte verschiedenen Bohème-Kreisen in Deutschland angehört. Später wird Hermann Hesse sein Schüler.

Marcela Sánchez 2001

Die Beziehung Hermann Hesses zu Gräser blieb lange im Dunkeln, obwohl man hier mit Sicherheit von einer persönlichen Begegnung ausgehen kann.

Peter Sprengel 2001

Zu Beginn des Jahrhunderts war Hesse beeindruckt worden durch Gustav Gräser, einem langhaarigen, rauhbärtigen Dichter, Bildhauer, Maler, Naturfreund, Pazifisten und vagabundierenden Outsider, einem selbst-ernannten Gesellschaftskritiker und Propheten in Kutte und Sandalen.

Joseph Mileck 1977

Der erfolgreiche Jungautor floh in eine Felsenhöhle auf dem Monte Verità.

Alois Prinz 2000

Er fühlte sich zu dem Naturmenschen Gustav Gräser hingezogen.

Klaus Walther 2002

Zu seiner persönlichen „Morgenlandfahrt“ macht er sich 1907 von Gaienhofen aus auf den Weg. In jenem Frühling pilgert er zum ersten Mal auf den Monte Verità, den Berg der Wahrheit, seinen Zauberberg im Tessin.

Hesse begegnet dort Gusto Gräser, dem langhaarigen, Sandalen und Stirnband tragenden Propheten der Monte-Verità-Kultur. Einige Tage lebt er ein Eremitenleben abseits des Hüttendorfes und Sanatoriumsbetriebs in Gräsers Felshöhle und Laubhütte. … Hesse klettert nackt in den Felsen, gräbt sich bis zum Hals in die Erde ein, trinkt Quellwasser, fastet, meditiert, führt Gespräche, versucht, die Körperpanzerung abzustreifen und in der Wildnis eine Visionssuche und Bewusstseinserweiterung in Gang zu setzen.

Ulrich Grober 2006

As a young man, Hesse was given to Rousseauesque experiments, an expression of ‘back to nature’ longings inspired in part by the Gräser brothers’ advocacy of nature worship. The mystical and anti-modernist basis for the philosophy of these ‘Naturmenschen’ … informs his early works. … In further echoes not only of monism and the Gräser brothers, but also the teaching of St Francis of Assisi, he wants to preach a kind of nature religion.

Colin Riordan 2005

Die individualistisch-anarchistische Revolte hatte auf dem Monte Verità dasselbe Heimatrecht wie die Frauenemanzipation, pazifistische Ideen wurden hier ebenso vertreten wie die sexuelle Befreiung aus den Fesseln lebensfeindlicher Prüderie und puritanischer Muffigkeit. Ja, wie in einem Schmelztiegel kristallisierten sich in diesem subkulturellen Sammelplatz all die lebens- und kulturreformerischen Sehnsüchte, Experimente und Visionen des frühen 20. Jahrhunderts.

Volker Michels 2002

Hesses Zauberberg ist der Monte Verità, der Berg der Wahrheit im schweizerischen Tessin. Ascona ist ein Sammelpunkt freier Geister aus ganz Europa.

Ulrich Grober 2002

Er war sich einig mit den Menschen auf dem Monte Verità; einer von ihnen, der Einsiedler und Urhippie Gusto Gräser, mit dem Hesse von 1907 bis 1919 Kontakt hatte, ist wohl Vorbild für Hesses Wanderer, Einsiedler und Gurus, vor allem für den Roman "Demian", geworden. Hesse erlebte auf dem Monte Verità jenes natürliche, unstädtische und unmodische Leben, das er suchte.

Rüdiger Bernhardt 2002

Hermann Hesse kam damals aufgrund einer Kur in das Land. Dort lernte er Gusto Gräser, einen Naturmenschen, Philosophen und Dichter, kennen.

Jocelyne Kittel 2002

Der erschien ihm unter allen Wahrheitssuchern als die markanteste Gestalt: Naturmensch, beeinflusst von östlichem Gedankengut, ein Verehrer alles Lebendigen. 

Eveline Hasler 2002

Er war ein radikalerer Verkünder des Friedens und eines natürlichen Lebens, und in dieser Funktion als ein unterirdischer "Guru" scheint er Hesses Weg mehr als einmal an entscheidenden Wegpunkten gekreuzt zu haben.

Ralph Freedman 1979

Angeregt durch Arthur Schopenhauer, dem ersten mit indischem Denken geprägten europäischen Philosophen, beginnt Hermann Hesse ab 1907 mit Yoga, Askese und Selbstkasteiung zu experimentieren. Er vertieft sich mit Herzklopfen, wie er sagt, in die esoterischen Erkenntnisse der Bhagavadgita und die bis dahin nur ins Lateinische übersetzten "frühlingshaften Gleichnisse" der Upanishaden.

Volker Michels 2002

Hesse scheint sich eine Zeitlang sehr ernsthaft mit theosophischen Schriften auseinandergesetzt zu haben, wozu der Aufenthalt auf dem Monte Verità den Anstoß gegeben haben mag.

Christoph Gellner 1997

Auf dem mit Edelkastanien bewachsenen Berg über dem Lago Maggiore bezog er eine kleine Bretterbude, lebte dort 7 Tage ohne feste Nahrung, grub sich bis zu den Achseln in den Erdboden ein, um die so gepriesene „Heilkraft der Erde“ zu erfahren … Vierzehn Jahre nach seiner asketischen Abstinenz auf dem „Berg der Wahrheit“ wird er in seiner Buddhalegende Siddharta auf diese Exerzitien wieder zurückkommen und der durch Askese gewonnenen Selbstdiziplin, der Fähigkeit zu „denken, warten und fasten“, eine für die Entwicklung seines Helden wegweisende Bedeutung einräumen. Sein dreißigstes Lebensjahr mit … der Expedition zu den Lebensreformern des Monte Verità empfand Hesse als eine Zäsur in seinem Leben.

Volker Michels 2003

Hesse schloss sich einem Wanderprediger an, Gustaf (Gusto) Gräser, der so etwas werden sollte wie sein Guru. … Die Kehrseite seines Mutterkomplexes war der Hang zur Wanderschaft, zum Ausreißen, zum Eremiten. Diese Seite hatte er in Gusto Gräser gefunden, von dem wir gleich hören werden, und im Knulp, im Siddharta, in der Morgenlandfahrt gestaltet.

Ein eigenartiges Bild taucht immer wieder am Ende von Hesses Werken auf: die Verschmelzung des Ich mit der Gestalt eines Freundes, der symbolisch für den Schatten, das Nicht-Ich, manchmal aber auch für das Selbst zu stehen scheint. … Gräser wurde eine Art Heiliger. Er hatte den Kriegsdienst verweigert, worauf man ihn mit Erschießung bedrohte. … War Gräser "individuiert" im Sinne der reinen Lehre? Vielleicht war er ein Heiliger.

Jörg Rasche 2003

An der Figur Gusto Gräsers und seiner Wirkung auf Zeitgenossen und Nachfolger ließe sich exemplarisch die große Bedeutung von charismatischen und Prophetenpersönlichkeiten, der „auserwählten, begnadeten Führer“ innerhalb der Lebensreform, besonders innerhalb ihres radikaleren Flügels studieren.

Hans-Jörg Sigwart 2006

Hesse zog es zu seinem Freund Gräser, der auf seinem Grundstück im Tessin eine Felsspalte hatte, in die man sich, abgeschottet von der Umwelt, zurückziehen konnte.

Jocelyne Kittel 2002

Mit Gräser teilte er, wenn auch nur für kurze Zeit, die Erfahrung der Einsiedlerschaft in einer Höhle. Auch nach dem Abschluss dieser Periode hielt er seine engen Verbindungen bis 1919 aufrecht.

Roberto Albanese 2003

In Ascona erlebte Hermann Hesse seine Bekehrung im 'Ashram' des 'Guru' Gustav Gräser; hier liegen die Wurzeln seines Indien-Mythos!

Ulrich Linse 1978

Tatsache ist, daß die Begegnung meines Vaters mit Gusto Gräser – sie haben einige Tage zusammen in einer Höhle bei Arcegno verbracht – schon ein wichtiger Augenblick war. Ein Anstoß in einer Krisenzeit.

Heiner Hesse 1987

All das mitunter kauzig, ja bizarr anmutende Suchen Hermann Hesses nach Naturverbundenheit, Nacktwandern und vegetarischer Diät (Anm.: 'In den Felsen. Notizen eines Naturmenschen'.) ... findet unter diesen Vorzeichen seine Legitimation, ja innere Notwendigkeit.

Eugen Drewermann 1994

Hesse gelingt es nicht, die erhoffte Wandlung zu vollziehen. Er fühlt sich „krank und rastlos, von törichten Träumen, Reue und Vorwürfen heim-gesucht, von Schmerzen belästigt, kaum zum Stehen und Gehen fähig und vom Hunger belagert wie eine Stadt im Krieg“. Er kehrt nach Gaienhofen und in die bürgerliche Existenz zurück. Aber das Erlebnis war stark und wirkt nachhaltig.

In der schweren Lebenskrise der Jahre 1916/17 … wandert Hesse wieder zum Monte Verità und sucht abermals die Begegnung mit Gusto Gräser. Der Berg ist zum Sammelpunkt freier Geister und kulturrevolutionärer Aussteiger aller Richtungen geworden … Das Monte-Verità-Erlebnis und die Begegnung mit Gräser helfen ihm, die großen Stoffe und Figuren seiner späteren Werke zu formen: den Weisheitslehrer Demian im gleichnamigen Roman von 1919, den alten Fährmann Vasudeva in Siddharta, Leo, den geheimnisvollen Führer des Bundes in der Morgenlandfahrt, Tito, den jungen Wanderer im Glasperlenspiel.

Ulrich Grober 2006

Hesse kam in den Jahren 1917 und 1918 zu Gräser zurück und bekannte sich jetzt mit großer Leidenschaft zu dessen Ideen.

Joseph Mileck 1977

Hermann Hesse wurde wohl von allen Besuchern dieser Bergsiedlung am nachhaltigsten berührt, besonders aber von Gusto Gräser. ... Wir wissen heute, daß Hesse eine Zeitlang in Gräsers Höhle gewohnt hatte ... daß er darüber zum echten Jünger dieser Bewegung wurde. Diese Erfahrung zieht sich von nun an durch fast alle seine Romane und Erzählungen. ... Und wenn einer hierin, im Suchen nach sich selbst, ein Vorbild war, wenn einer, ohne Proselytenmacherei, ganz nur auf sich und die eigenen Seelennöte bauend, beispielhaft voranging, so war es Gusto Gräser.

Michael Skasa 1986

Gusto Gräser, der insgesamt sicherlich zu den facettenreichsten, die verschiedensten intellektuellen und religiösen Einflüsse zusammen bringenden und daher auch zu den am schwersten greifbaren Figuren der Bewegung gehört.

Hans-Jörg Sigwart

Er war sich einig mit den Menschen auf dem Monte Verità; einer von ihnen, der Einsiedler und Urhippie Gusto Gräser, mit dem Hesse von 1907 bis 1919 Kontakt hatte, ist wohl Vorbild für Hesses Wanderer, Einsiedler und Gurus, vor allem für den Roman "Demian", geworden. Hesse erlebte auf dem Monte Verità jenes natürliche, unstädtische und unmodische Leben, das er suchte.

Rüdiger Bernhardt 2002

Die notorisch geschichtsferne Deutung, mit der das Werk Hesses bis auf den heutigen Tag überzogen wird, hat sich auch im Fall des Demian nicht nach zeitgenössischen Verhältnissen umgesehen, die Hesses immer wieder den Kitsch streifenden Beschwörungen von Mütterlichkeit und Weiblichkeit erklären helfen könnten. Hesse war durch seine Aufenthalte auf dem Monte Verità der Kult der "Großen Mutter" bekannt. Die antiwilhelminische Opposition versammelte sich im Tessin, eine Alternativbewegung größten Ausmaßes und von beeindruckender Vielfalt. …


Die Kolonie von Lebensreformern hing einem Indien-Kult an, der im mutter-rechtlichen Mythos von der "Mutter Erde" eine Gegenwelt zur "Väterkultur" des Wilhelminismus zu errichten suchte. Gustav Gräser war einer der "Gurus" dieser Bewegung, und Hesses Reise 1911 nach Indien dürfte auch durch die Eindrücke auf dem Monte Verità motiviert worden sein.

Heribert Kuhn 2000

Hesse setzt seinem "Freund und Führer" ein literarisches Denkmal in seinem Demian, dem Roman des Monte Verità.

Hans-Dieter Mück 1991

Gräsers Predigt vom "Entschlossenen zum reinen Reich", zum "Herzgott-reich", zum "Menschenreich" strukturiert zweifellos Hesses Demian.

Bernhard Gajek 1979

Dieser Demian ist mit Sicherheit unser Gusto Gräser.

Michael Skasa 1985

Demian: Zentrale Einflüsse: Gusto Gräser und Carl Gustav Jung.

Volker Frederking 2002

Zwei Quellen belegen, dass auf dem Monte Verità Yogaübungen praktiziert wurden. An erster Stelle sei wiederum Hermann Hesse genannt. Auch sein Roman Demian ist von der Szene des Monte Verità inspiriert. Darin heisst es:
"[ ... ] unter ihnen waren Astrologen und Kabbalisten, auch ein Anhänger des Grafen Tolstoi, und allerlei zarte, scheue, verwundbare Menschen, Anhänger neuer Sekten, Pfleger indischer Uebungen, Pflanzenesser und andere."
Pfleger indischer Uebungen: Es liegt nahe, hierbei an Yoga zu denken. …

Die ersten bezeugten Yogis auf Schweizer Boden, wenn auch eher ohne Schweizer Pass: Wer immer sie waren, was auch immer genau sie praktizierten und warum, woher auch immer sie ihr Wissen über Yoga bezogen, sie fühlten sich offensichtlich durch die Atmosphäre des Monte Verità angezogen. Vielleicht fanden sie hier einen nötigen Freiraum, um mit Yoga zu experimentieren, und Bestärkung durch ähnlich Gesinnte.

Martin Merz 2006

Die aus dem Buddhismus entstammende Konzentrationsübung des Yoga spielt bei Hesse eine Rolle: zunächst 1907 in den Notizen eines Naturmenschen, In den Felsen, dann im Siddharta und programmatischer noch im Gasperlenspiel.

Volker Michels 2002

Gusto Gräser, Hesses Begleiter und Lehrer auf dem Monte Verità … versteht sich nicht als Guru, eher als Initiator der Selbstfindung: „Hüt – dich – vor – mir – du – komm – zu – dir.“ Seine Botschaft ist eine neue Synthese von Natur und Kultur im Geiste der Besitzlosigkeit und Gewaltlosigkeit, des Einklangs zwischen innerer und äußerer Natur, der Rückbindung an die Urphänomene und Urrhythmen des Lebens.

Ulrich Grober 2006

Mitte April 1919 … quartiert sich Hesse in Minusio bei Locarno ein … Als sich der Schriftsteller im Bannkreis des Monte Verità installiert, erscheint unter Pseudonym sein Roman Demian, darin er die bunte Schar der Monte-Veritaner als „Kainiten“ auftreten lässt. Der Monte Verità ist zu Recht als Gegenpol, die dort gelebten Erneuerungskulte und lebensreformerischen Programme als Gegenkultur des Wilhelminismus begriffen worden. Hesse wird also genau zu dem Zeitpunkt, als das deutsche Kaiserreich zusammen-bricht, in jener Gegend sesshaft, die zwei Jahrzehnte lang als eine Art Utopie des kaiserlichen Deutschlands existierte. Nicht genug damit liefert er genau zu diesem geschichtlichen Augenblick mit dem Demian das Buch zu dieser Utopie.

Heribert Kuhn 2002

Die prätentiösen Reisen Keyserlings und Ossendowskis entsprachen Hesses Neigungen und Bestrebungen weniger als der legendäre Zug einer Gruppe idealistischer und ekstatischer junger Reformer, die im Jahre 1920 durch Bayern und Thüringen wanderten, um Gusto Gräsers Evangelium von Natur, Liebe, Freude und Selbstverwirklichung zu verbreiten.

Joseph Mileck 1979

Hermann Hesse wird später in der Morgenlandfahrt diesem glücklichen Sommer ein Denkmal setzen.

Die "Neue Schar" in Thüringen, der Aufstieg zur Leuchtenburg 1920. Die Neue Schar hatte dort ihr Winterquartier. Es ist ein Teil der Wandervogel-Bewegung. Der Initiator dieser Gruppe war ein Freund Gräsers, genannt Muck. "Mit 25 jungen Männern und Mädchen zieht er singend, tanzend und predigend durch Thüringen und reißt Zehntausende in seinen Bann. Eine Tanzepidemie breitet sich aus, die mit den Geschehnissen der Wiedertäufer-Zeit verglichen wird. Die Tore der Kirchen öffnen sich für die tanzende und blumengeschmückte Schar und ihren feurigen Prediger. ... Mucks ‚Kreuzzug der Liebe’ wird als mutigste Tat der Jugendbewegung gefeiert, dann aber, nach seiner Unterdrückung, vollständig tabuisiert. Erst Hesse wagt es, zehn Jahre später, den Aufbruch um Gräser und Muck ins Gleichnishafte der Legende zu erheben - nämlich in der Morgenlandfahrt". Es war ein Zeitzeichen, zugleich ist es eine Parabel für eine Etappe von Hesses Individuationsweg.

Jörg Rasche 2003

Hesses Morgenlandfahrer sind "ein Bund". Wir wissen heute, was es tatsächlich mit diesem Bund auf sich hatte und wen Hesse selbst dazu zählte. Eine Elite: Ernst Bloch, Hans Arp, Klabund, Claire und Iwan Goll, Georg Kaiser, Oskar Maria Graf, Leonhard Frank, Erich Mühsam, Toller, Else Lasker-Schüler. Hesse hätte auch den geographischen Ort benennen können, an dem sich diese Elite traf: ein kleiner Ort in der Nähe von Ascona in der Schweiz. Eine Siedlung auf einem Berg, den sie Monte della Verità nannten. Der Gründer war ein Mann namens Gusto Gräser, ein sehr seltsamer Mann aus Siebenbürgen, 1879 geboren, Maler, Dichter, Wanderer, Bettler, Pazifist, Kriegsdienstverweigerer, religiöser Sozialist, Schulreformer, Gesprächs-partner für Lenin und Trotzki.


Ascona wurde zum Treffpunkt von Reformern und Revolutionären, und besonders von Kriegsgegnern. Es wurde zur Zuflucht politisch verfolgter Kriegsdienstverweigerer und Kriegsgegner. Hort der Alternativbewegung, von guten Bürgern verdächtigt des anarchischen Kommunismus und der Libertinage. ...
Dieser Gräser ist sicher Pate gestanden zu mehreren Guru-Figuren in Hesses Werk.

Luise Rinser 1990

Leo ist nach dem lebenden Vorbild des Alternativen Gusto Gräser geformt. Asien und Alternativkultur verschmelzen hier in einer Person; Hesse bezeugt es.

Ulrich Linse 1991

Wenn man dazu nimmt, wie sehr gerade von solchen Hesse-Geschichten dann seit den ausgehenden Sechzigern die Hippies und alle von diesen ausgegangenen Jugendbewegungen beeinflusst wurden, die wiederum zu Urweisheiten, Landkommunen, gesunder Ernährung in paradiesischer Umwelt vorzustoßen versuchten, so haben wir damit in ihnen eine unglaubliche Ausstrahlung jener Welt um den damals so ursprünglichen Tessiner "Wahrheitsberg".

Sergius Golowin 1979

Verehrt von Hermann Hesse, der sich als sein Schüler fühlt, stirbt Gräser 1958 in Freimann bei München.

Mara Folini 1998

Die Lehren dieses einsamen Predigers sind aufgehoben im Werk Hermann Hesses.

Ulrich Linse 1986


 

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