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Ausstellungen im 21. Jahrhundert über Gusto Gräser      
(ab 2001)                
 



 

2004
Harald Szeemanns Ausstellung
"The beauty of failure / The failure of beauty"
in Barcelona, 2004, zeigte wiederum Gräsers Ölbild 'Der Liebe Macht'.

 

 

2006
Ausstellung "Hermann Hesse und der Monte Verità" im Museo Hesse in Montagnola, 2006/2007
 


Hermann-Hesse-Museum in Montagnola
 
Hermann-Hesse-Museum in Montagnola

 

 

2008
Gusto Gräser.
Der grüne Prophet aus Siebenbürgen.
Ausstellung im Haus des Deutschen Ostens, München 2008

Ausstellungsrundgang

 

 

2009
Ausstellung über Schwabing und den Monte Verità mit Gräsers Gemälde
Freie Liebe und Anarchie
Schwabing - Monte Verità
Entwürfe gegen das etablierte Leben
1.Juli bis 13. November 2009

Eine Ausstellung der Monacensia



2009 Ausstellung in der Münchner Stuck-Villa über Gräsers frühen Lehrmeister Karl Wilhelm Diefenbach.
 
    



2010
Ausstellung in der Mohr-Villa in München-Freimann über Naturpropheten in Freimann:
Gusto Gräser und Bruno Wersig
 
Naturpropheten in Freimann, Gusto Gräser - Bruno Wersig und die Wirkung Karl Wilhelm Diefenbachs, Mohr Villa, Freimann
(Bis 10. März 2010 verlängert)

Mohr-Villa in Freimann

Hier geht's zum Bilderbogen "Dank an Haus Schwegerle"
(Gusto Gräser hauste seit 1942 in einer Dachkammer des Bildhauers Hans Schwegerle in Freimann)

      


Freizeit & Kultur - Artikel vom 12.01.2010

Freimanns Naturpropheten

Mohr-Villa zeigt Werke von Gustav Arthur Gräser und Bruno Wersig
Münchner Wochen Anzeiger

Freimann · Er war sicher ein eigenwilliger Mensch und darüber hinaus eine markante Erscheinung: Der Münchner Maler und Lebensreformer Karl Wilhelm Diefenbach (1851 - 1913) trug weite, lange Gewänder, Haare und Bart waren gleichfalls lang und seine asketisch-vegetarische Lebensweise, die Freikörperkultur, die er propagierte, sowie seine Lehre von der »Göttlichkeit der Natur« waren vermutlich nicht jedermanns Sache.

Die Maler Gusto Gräser (links) und Bruno Wersig waren stark durch den Münchner Maler und Lebensreformer Diefenbach geprägt. Fotos: Mohr-Villa

Zwei junge Maler jedoch, die später beide lange Zeit in Freimann lebten, prägte und beeindruckte Diefenbach derart, dass es sich in ihren Bildern und ihrer gesamten Lebensführung niederschlug: Gustav Arthur Gräser (1879 - 1958) und Bruno Wersig (1882 - 1970).

Die Mohr-Villa in Freimann will nun in einer Ausstellung mit dem Leben und den Werken dieser beiden außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeiten bekannt machen. Dabei soll etwas von der starken Wirkung, die von Karl Wilhelm Diefenbach ausging, sichtbar werden. Auf Diefenbach wurde man in München durch die große Ausstellung im Museum Villa Stuck von Oktober 2009 bis Januar 2010 aufmerksam. Bei aller Verschiedenheit von Gräser und Wersig haben beide gemeinsam, dass sie infolge der Begegnung mit Diefenbach ihr Leben radikal und konsequent nach seinen Idealen ausrichteten. Beide brachen eine erfolgreiche Karriere als Kunstmaler ab, um ganz für das als »wahr« Erkannte zu leben. Gusto Gräser hatte sich Diefenbach 1898 für kurze Zeit angeschlossen, Wersig hatte ihn 1907 nach einer monatelangen Wanderung durch Italien auf Capri aufgesucht.

Bruno Wersig zog im Jahr 1926 nach Freimann, wo er ein Haus erwarb. Ende der zwanziger Jahre war er immer wieder auch länger abwesend von Freimann, behielt jedoch sein Haus dort und kehrte immer wieder dorthin zurück. Ab 1960 lebte er dann ständig in Freimann. Gusto Gräser war 1942 nach Freimann gekommen, wo er bis zu seinem Tod 1958 lebte.

»Beide Künstler haben ganz sicher ihre Spuren im Gedächtnis der Menschen in Freimann hinterlassen«, erklärt Brigitte Fingerle-Trischler vom »Mohr-Villa Archiv Freimann«. Darüber hinaus gibt es natürlich auch zahlreiche Bilder, in der Hauptsache von Wersig, der sich als Landschaftsmaler betätigt hatte, während Gräser sich nach der Begegnung mit Diefenbach mehr dem Schreiben zugewandt hatte. So sind in der Ausstellung in der Mohr-Villa unter anderem auch fünf Freimanner Ansichten, alle in den zwanziger Jahren entstanden, zu sehen.

Zu der Ausstellung die am vergangenen Freitag eröffnet wurde und noch bis zum 28. Februar zu sehen sein wird, gibt es ein interessantes Rahmenprogramm. So findet am 31. Januar, um 17 Uhr, eine Lesung statt, bei der der Schauspieler und Rezitator Wolf Euba Texte von und an Gusto Gräser und Bruno Wersig liest. Am 5. Februar, gibt es um 18 Uhr einen Vortrag von Hermann Müller vom Gräser-Archiv in Freudenstein. Unter dem Titel "Gusto Gräser - Ein Dichter in Freimann" berichtet er von seinen Forschungen.

Am 19. Februar wird Christoph Kühns Film "Gusto Gräser - der Eremit vom Monte Verità" zu sehen sein. mka


 
Gusto Gräser
Naturprophet und Dichter

Gusto Gräser ist heute nur noch wenigen ein Begriff. Doch der Naturmensch spielte eine wichtige Rolle in der Glanzzeit der Bohème und für den Freigeist vor 100 Jahren. Unter anderem war er zu Beginn des 20. Jahrhunderts Mitbegründer der legendären Landkommune Monte Verità bei Ascona am Lago Maggiore, in der später Aussteiger, Schriftsteller und Künstler aus ganz Europa lebten. Seine Ideen und Werke sind jetzt in einer Ausstellung in der Mohr-Villa in München Freimann zu sehen.

Stand: 15.01.2010

"Freiheit, wahre Liebe, Einklang mit der Natur - und jedenfalls weg von den falschen Zwängen der Gesellschaft!"Gusto Gräser, den viele auch "Kohlrabiapostel" nannten, war ein radikaler Nonkonfomist. Er hing einer naturmystischen Privatreligion mit Anklängen an den Taoismus an und lebte um die Jahrhundertwende auf Wanderschaft quer durch Deutschland, Österreich und Italien. Seine Ideen brachte er auf Spruchkarten und Flugblättern unters Volk.

Bekannt wurde Gusto Gräser besonders als Mitbegründer der Landkommune Monte Verità, dem "Berg der Wahrheit", in Ascona. Er und sein Bruder Karl hatten sich dort zusammen mit Ida und Jenny Hofmann, Henri Oedenkoven und Lotte Hattemer mitten im Wald in selbstgebauten Holzhütten angesiedelt und ernährten sich vegetarisch von dem, was sie selbst anpflanzten. Nach und nach entstand so eine Art Erholungszentrum für Aussteiger aus ganz Europa, eine Künstler- und Freigeistgemeinschaft.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Gusto Gräser in München, wohin er während des Zweiten Weltkriegs zurückkehrte. Dort traf man ihn in Münchner Cafehäusern an und beim Arbeiten in der Staatsbibliothek. Noch heute erinnern sich einige Münchner an seine markante Erscheinung: den etwas streng riechenden Mann in Jesuslatschen und langem Gewand, mit weißem, wallenden Haar, einem Netz mit Äpfeln über der Schulter und kleine Gedichte auf farbiges Papier schreibend.

Lebensabend in München

Der Naturprophet starb 1958 mit 79 Jahren völlig vereinsamt und unbemerkt in Freimann bei München. Erst später sollten die Menschen verstehen, dass er damals - wie eigenwillig auch immer - schon verkörperte, wonach sich viele Menschen heute wieder zu sehnen scheinen: "Freiheit, wahre Liebe, Einklang mit der Natur - und jedenfalls weg von den falschen Zwängen der Gesellschaft!"

Veranstaltungshinweis

Bis zum 28. Februar findet in der Mohr-Villa Freimann in München die Ausstellung statt "aufrichtig und unentwegt geradeaus" - Naturpropheten in Freimann: Gusto Gräser, Bruno Wersig und die Wirkung von Karl Wilhelm Diefenbach. Leben und Werk der Naturmenschen werden dort vorgestellt.
Bildunterschrift: Gusto Gräser
 
Kommune Monte Veritá

Stadtflüchtige, Vegetarier, Theosophen, Anarchisten, Barfußpropheten, Schriftsteller und Künstler zog es zur Monte Veritá: Erich Mühsam, die Gräfin Reventlow, Oskar Maria Graf, Georg Schrimpf, Hugo Ball und Emmy Hennings, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Rudolf Steiner und Hermann Hesse - um nur einige zu nennen.




Aus dem Brief eines Besuchers der Ausstellung ‚Naturpropheten’
 in der Mohr-Villa von Freimann

Noch ist es schwer für mich, das gestern in der MOHR-VILLA Erlebte in Worte zu fassen. Und doch möchte ich es versuchen!

Nachdem ich im MAI 1950 meine körperliche Geburt erlebt, erlebe ich nun meine seelische Geburt! So wie im MAI 1950 mein Körper sichtbar geworden, aus dem genetischen Nebel der Eltern und Voreltern ans Licht getreten war, so lichtete sich der Nebel meiner seelischen Herkunft: was sich bereits im Januar mit dem Besuch der Stuck-Villa – auch eine VILLA!! – und der dortigen erstmaligen Begegnung mit DIEFENBACH andeutete, bekam nun vollends mit der erstmaligen Begegnung mit GRÄSER gestern in der Mohr-Villa filmisch eine Gestalt:

„WALDDURCHKRÄNZET
URHEIMATLICHT-DURCHGLÄNZET
ENTSCHIEDEN SICH BESCHEIDEND
IM KLEINODGLÜCK SICH WEIDEND
DIE GARTENZEIT
BLÜTEZEIT UNSERER WELT“ 

Ich bin zutiefst erschüttert, nicht im Sinne von entsetzt, sondern in höchstem Maße beglückt! So wie ich im MAI 1950 meine körperlich allen sichtbare Heimat gefunden, so habe ich in schon greifbarer Nähe zu meinem 60sten Lebensjahr nun auch meine seelische Heimat bewußt aufgedeckt, entdeckt. NUN weiß ich, WARUM ich so gelebt, wie ich gelebt, wie ich leben mußte! Eine OFFEN-barung, in der ich mich jetzt vollkommen wollig und wohlig eingehüllt fühle. …

Ich fühle mich erstmals auch seelisch zu Hause. Ich bin ANGEKOMMEN! Und wenn ich meine seelischen „Eltern“ so betrachte, kann ich mit deren Leben sehr zufrieden sein. Keiner erlebte eine Geradlinigkeit im Leben, wie auch mein Leben alles andere als geradlinig gewesen. Und doch oder gerade deswegen blieb sich ein Jeder sein ganzes (körperliches) Leben lang treu. Höhen und Tiefen gerieten dank des roten seelischen Fadens nicht außer Kontrolle. Sie (die Gartenzeit) fing und fängt uns auf. In Diefenbach und vor allem in Gräser wird sie auf besonders harte Proben gestellt, da konnte sie sich in mir geradezu ein wenig erholen, litt weniger unter Verfolgung und Diskriminierungen, Bestrafungen – wie wird die Zukunft für sie noch werden?!?

Sind ihre Visionen für die gesamte Menschheit überhaupt lebbar? Werden es immer nur Wenige bleiben, die durch ihr lebendiges Beispiel mahnen, bewußt machen wollen? Vorausgesetzt, daß es der richtige Weg ins Paradies, in die Gartenzeit ist. Ich möchte mir nicht anmaßen, daß mein und ihr Weg der WAHRE Weg ist. 

Was wir nicht zu leisten vermochten, dafür sollten wir uns bei unseren Kindern entschuldigen; sollten an sie appellieren: seht genau hin, in welchen Fußstapfen ihr weitergehen wollt – oder eben setzt neue Fußstapfen bis hin zu einer überall aufblühenden und fruchtenden

GARTENZEIT !

 



2010
Ausstellung
Max Schulze-Sölde trifft Willi Lammert

Rotes Haus, Hagen, 11. 6. - 17. 12. 2010

Der Maler, Siedler und Ökosozialist Max Schulze-Sölde (1887 - 1967) war um 1921 ein Jugendführer der Christrevolutionären Bewegung,  der auch der Gräser-Freund Alfred Daniel angehörte. Gräser könnte ihn in dieser Zeit schon kennen gelernt haben.

In der Siedlung Grünhorst bei Berlin um 1933

Von links:
Henri Joseph, Gertrud Gräser,
Max Schulze-Sölde, Heidi Gräser



2012
Ausstellung
Max Schulze-Sölde - Ein Mensch seiner Zeit
Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest, 11. März 2012 - 22. April 2012

Nach missionarischem Einsatz in Zentren der Lebensreform im Schatten Berlins, wo er auch mit Gusto Gräser im Kontakt war, sieht der Maler Max Schulze-Sölde sich 1934 vor einem Scherbenhaufen seines Lebens. Durch die Begegnung mit dem Maler Eberhard Viegener - Schulze-Sölde aus seiner Zeit in Hagen bekannt - beginnt er die Soester Börde zu lieben und sein Leben wieder voll der Malerei zu widmen. Er baut 1938 ein Haus in Günne und engagiert sich neben seiner Malerei seit 1945 als Vorsitzender des Soester Kunstrings.




Laufende und nächste Ausstellungen:
2013 Zur Zeit wird das Museum Casa Anatta auf dem Monte Verità renoviert:
es soll im Laufe des Jahres 2013 wieder eröffnet werden.




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