| Eine schillernde Figur – vom Theosophen
und unitarischen Prediger und Gärtner zum pangermanistischen Agitator - und ab nach Brasilien. Karl von Schmidtz (alias Paul Duss, alias F. Wilhelm Brepohl) |
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„Eines Tages erscheint Paul Duss auf der Bildfläche, er sei Gärtner …“ das war 1901, auf dem Monte Verità. (Ida
Hofmann, S. 27)
"Als er nach Locarno, Schweiz, leben kam, diente F. W. Brepohl als Gärtner, als Knecht inunterwürfiger Rolle, aber trotzdem weckte er die Aufmerksamkeit der Malerin Julie Hofmann, die 10 Jahre älter als er war." (Marionilde
Dias Brepohl de Magalhaes in "Blog
Rosacruzes",
25.12.2009)
Dieser Paul Duss hiess in Wirklichkeit Karl von Schmidtz und heiratete 1902 Ida Hofmanns jüngere Schwester Julie (auch als Lilly bekannt). Er gehörte zu den Theosophen des Monte Verità, pilgerte mit Lotte Hattemer und Josua Klein zu Franz Hartmann nach Locarno, liess sich adoptieren, hiess seitdem Brepohl und eröffnete eine theosophische Buchhandlung erst in Locarno, später in Haimhausen bei München. Brepohl war Hermann Hesses Buchhändler! Bei ihm hat er sich 1907 die theosophische Literatur besorgt, die ihm den Weg ins indische Denken eröffnete. In Hesses Traumtagebuch heisst es, S. 205, am 16. August 1918: „ … erinnert an die rachitischen Hände des Buchhändlers Brepohl." Später wurde Brepohl methodistischer Pastor. „Mit Julie, die auch als Lilly Hofmann bekannt war, verbrachte er einige Zeit auf dem Monte Verità. Wilhelm erwähnte später nie seine Erfahrungen in dieser anarchistischen Gesellschaft, deren Lebensweise seinen pangermanistischen Idealen vollständig zuwiderlief. Aber aus praktischen Erwägungen hielt er den Kontakt mit dem anarchistischen Ehepaar Hofmann (Ida, Notiz des Übersetzers) und Oedenkoven, das die Kosten der Reise Wilhelm Brepohls mit der ganzen Familie von Deutschland nach Curitiba, Brasilien im Jahr 1925 trug. Wilhelm und Julia heirateten im Jahr 1903 (Bemerkung der Redaktion: Nach Ida Hofmann, S. 43, haben Lilly und Schmidtz im Sommer 1902 geheiratet, dazu passt die Geburt der Emma im Februar 1903). Sie hörte auf zu malen, um Pfarrersgattin zu werden. Sie hatten insgesamt fünf Kinder. Die erste Tochter, Emma Costet de Mascheville, wurde am 10. Februar 1903 in Heimhausen in Bayern, Süddeutschland, geboren (Bemerkung: Costet de Mascheville ist der eheliche Name von Emma Hofmann). Im Jahre 1906 zog sie mit ihren Eltern nach Serbien und von dort aus mit einem Bruder nach Ungarn, wo ihr Vater eine Karriere als evangelischer Pfarrer, Redakteur und Schriftsteller begann. Wegen einer im
Jugendalter erlittenen Krankheit (Syphillis), konnte Oedenkoven keine
Kinder zeugen, so liess Julie 1907 ihre vierjährige Tochter Emma mit
Onkel und Tante leben. Diese Nichte von Ida Hofmann wurde später eine
der grössten brasilianischen Astrologinnen aller Zeiten. Emma
Costet de Mascheville, auch als "Dona Emy" bekannt oder unter dem
magischen Namen "Lorelair". 1911 zog die achtjährige Emma wieder zu
ihren Eltern. 1918, mit fünfzehn, brachte sie der Freund Hermann Hesse in München zum ersten Mal ins Theater.
Hesse hatte sie kennengelernt als er im gleichen Jahr als die kleine
Emma dort lebte, in der Kolonie (Bemerkung: gemeint ist wohl der Monte Verità) wohnte; er muss eine besondere Zuneigung für
das Mädchen gehabt haben.
(Marionilde Dias Brepohl de Magalhaes
in "Blog
Rosacruzes",
25.12.2009)
Brepohl-Duss-Schmidtz hat einen Lexikonartikel über Ernst Graeser verfasst, der 1905 erschien. Schmidtz wird auch Gusto Gräser gekannt haben. |
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Literatur:
Brepohl, F. Wilhelm: Brasilien und die Mennonitische Einwanderung. Brepohl, F. W.:Das ganze Deutschland soll es sein! Ev. Volksmission in Brasilien 1933. Brun, Carl: Schweizerisches Künstlerlexikon, Schweizerischer Kunstverein, Frauenfeld 1905. Reprint: Nendeln 1967. Artikel Ernst Graeser von C. v. Schmidtz. Hesse, Hermann: Traumgeschenk. Betrachtungen, Tagebücher, Erzählungen und Gedichte über das Träumen. Hg. von Volker Michels. Frankfurt/M. 1996. Hofmann, Ida: Monte Verità. Wahrheit ohne Dichtung. Aus dem Leben erzählt. Lorch 1906. Schiff, Julia: "Extremes Denken und Fanatismus". Ida Hofmann - eine aus Siebenbürgen kommende Vorkämpferin für ein alternatives Lebensmodell. In: Südostdeutsche Viertel-jahrsblätter, 47. Jg., Folge 4, München 1998, S.339-343. www.vegetarianismo.com.br/historia/ida-hofmann.html
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