Gusto Gräser bei Karl-Wilhelm Diefenbach auf dem Himmelhof 

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Himmelhof, Wien, April – September 1898 Ganz links: Gusto Gräser


 
Karl-Wilhelm Diefenbach  

Gusto Gräser ausschauend  


Die Ursache, weshalb ich weggehen muss! (d. h. weil ich nicht gegen Gott handeln will) hier zu documentieren, schreibe ich diese Worte nieder. – Den, welchen ich als Meister anerkannt hatte, ist mir unmöglich geworden, auch heute anzuerkennen! Denn es war mir die ganze Zeit über, dass ich da bin, nicht möglich, mich ihm gegenüber auch nur einmal gründlich auszusprechen. Wohl war ich ein Schwächling, dass ich mir nicht verschaffte, was ich als rechtmässig einem Meister, einem Vater gegenüber erkannte.

Die Tatsache hatte zur Folge, dass ich schweigen musste, lügen musste durch die Härte und Steifheit der Worte und durch die ermüdende Länge und Breite der Reden, welche ununterbrochen mich nicht zuWorte kommen liessen. Wo es mich gedrängt hätte zu sprechen, wurde ich verschlossen in Geist und Seele, in Arbeit und Verkehr. Ich erkannte die Schwäche des Geistes, welcher mich mit solcher Kraft angezogen hatte, in der Wirkung, welche er verursachte auf einen rein, wenn auch wenig bewusst empfindenden Geist, der mir ward durch Gott, meinen ewigen Meister, den ich immer als letzten befrage. Der mir Offenheit gebietet, gebietet, dass ich nur dort, wo ich offen  sein kann, sein darf. Ich gehöre dahin, wo die Wahrheit waltet. Setzt sich ihr jemand entgegen, darf ich nicht mit ihm sein, ihm damit zu beweisen, dass ich die Lüge anerkenne als das Richtige.

Abschied von Diefenbach

Verschlossen ist mir worden der Weg, wo ich hätte Gutes tun können, indem ich bleibe; so muss ich gehen, um hier zu sein! Ich stellte mir die Aufgabe, nachdem ich was übel im Werke erkannt hatte, auszubessern in Rat und Tat. Es ekelt mich, das Gute zu erzwingen; wird es nicht frei gewährt, so kann es nie gelingen. – Im Druck, vom Oberhaupte der sog. Familie aus, nahm ich diesen Anlauf, Hausordnungen, Sprüche u.s.w. zu schreiben, die das Oberhaupt vertreten und bewachen sollte. Mit Worten das Gefühl anregen für ideales Streben und in Formen im Schmuck des Heimes die Seele sehnsüchtig werden lasen, in dieses Heim auch passendes Leben zu bringen. Zunichte ist es, denn zerdrückt!
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